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Junges Bistum Dresden Meissen
19. September 2022 | Elisabeth Meuser

„Hand aufs Herz!“

Bistumsjugendtag am 16./17. September 2022 in Wechselburg

Wechselburg. Endlich – endlich konnte in diesem Jahr wieder der Bistumsjugendtag (BJT) stattfinden. Etwa 200 Jugendliche und Junge Erwachsene ließen sich in Wechselburg auf das Motto „Hand aufs Herz!“ ein. img 2670Nach der Jugendvesper, der gemeinsamen Agape und dem Konzert der „Gruppa Karl-Marx-Stadt“ feierten die Anwesenden am Freitagabend, 16. September, zusammen mit den Benediktinern noch die Vigil in der Basilika. Es gehört zu den Geheimnissen oder der Kunst der jungen Christen, wie faszinierend schnell sie zwischen besinnlichem Gebet in der Basilika einerseits sowie dem „Abfeiern“ beim Konzert andererseits hin und her „switchen“, bei beidem intensiv anwesend sein können.

220917 bjt emeuser dsc 8863aIn seinem Morgenimpuls am Samstag, 17. September, nannte Bischof Heinrich Timmerevers verschiedene Aspekte zum Thema „Herz“: „Das Herz ist mehr als nur Organ, sondern die Mitte unseres Lebens“, so sein Fazit. Er ermutigte, immer wieder das eigene Herz sprechen zu lassen und es Gott hinzuhalten. Denn „das Herz ist der Ort, wo wir am stärksten die Liebe erfahren. Der Bischof wies zudem darauf hin, dass die hebräische Sprache kein Wort für „denken“ hat, sondern mit „Herz“, hebräisch „Lev“, das Innere des ganzen Menschen meine, sein Ich, sein Streben, Fühlen und Wollen. Dieses Wort „Lev“ finde sich heute noch im deutschen Wort „Leb-kuchen“, den es in der deutschen Tradition auch in verschiedenen Herzformen gebe. Als sinnenfälliges Zeichen ließ Bischof Heinrich Lebkuchenherzen an alle Anwesenden verteilen.

220917 bjt emeuser dsc 8892Beeindruckend erzählte im Anschluss Michael Stahl aus seinem Leben: „Ich bin gemobbt worden und habe dann auch andere gemobbt“, bekannte er offen, aber Gott habe sein Herz verändert. Und er ermutigte die aufmerksam Zuhörenden: „Erzählt nicht nur von Euren Erfolgen, erzählt auch von Euren Niederlagen!“ Denn: „Es tut so gut, um Verzeihung zu bitten!“ Michael Stahl gab den jungen Menschen seine Erfahrung mit auf den Weg: „Wenn Du gemein und verletzend bist, verletzt Du als erstes Dich selbst. Wer am lautesten schreit, braucht am meisten Liebe. Und: Menschen eine Freude zu machen, beschenkt Dein Herz.“ - "Wenn Du mit jemandem etwas zu klären hast, gib ihm die Chance, in Deine Augen zu schauen und Deine Stimme zu hören - ich garantiere Euch, es wird weniger Streit geben."

Verschiedene Workshops ergänzten das thematische Angebot:

220917 bjt emeuser dsc 8913Unter dem Motto „Hand aufs Herz, Herr Bischof!“ berichtete dieser, dass er sich täglich Gott anvertraue mit allem, worüber er sich freue und was ihn belaste. „Glauben heißt, in lebendiger Beziehung mit Jesus zu sein und zu bleiben“, so Bischof Heinrich.Der Dresdner Schulseelsorger Benno Kretschmer-Stöhr ermutigte, bei Entscheidungen dem eigenen Herzen zu folgen. „Es gibt keine Entscheidung ohne Mut.“ Aber Gott könne auch aus falschen Entscheidungen etwas Gutes machen.„Herz über Kopf von Kopfstand bis Handstand“ war der Workshop des Mitmachzirkus Birikino aus Chemnitz überschrieben – eine Einladung, neue Balance zu finden, den eigenen Körper auszubalancieren.220917 bjt emeuser dsc 8948 copyAlexander Stocker bot Hobbybäckerinnen und -bäckern an, gemeinsam Doppelkekse zu backen, die nach dem Abschlussgottesdienst an alle verteilt wurden.220917 bjt emeuser dsc 8941„Was macht wirklich stark?“ lautete der Titel von Michael Stahls Workshop. Seine Botschaft: „Du bist wertvoll – ob Du gewinnst oder verlierst. Wichtig ist, dass Du Dein Bestes gibst!“ Er gab den Jugendlichen wertvolle Hinweise zur Selbstverteidigung mit Respekt und Achtung sowie zur Körperspannung und Schnelligkeit und übte dies mit ihnen ein.220917 bjt emeuser dsc 8944Wie erkennt man Fake News? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Rundfunkredakteur Daniel Heinze in seinem Workshop. Seine Mahnung: „Glaubt nicht alles, was Ihr seht, hört und lest!“ Wo es sich um eine einfache Antwort auf komplexe Fragen handle, stehe mit Sicherheit ein Fake oder eine Verschwörungstheorie dahinter.

Zum Abschluss waren alle zur gemeinsamen Heiligen Messe 220917 bjt emeuser dsc 8957in die Basilika eingeladen. Auch hier drehten sich viele Impulse um das Herz: den eigenen Puls spüren und darüber nachdenken, wann er sich beschleunigt und wann er sich beruhigt. „Wofür schlägt mein Herz? Was ist mir wichtig? Was war das Herzlichste und Begeisterndste, das ich erfahren habe? Nehmt es mit und erzählt zu Hause und in der Schule davon, was Ihr erlebt habt und von eurem Glauben“, trug der Leipziger Jugendreferent Stephan Plattner den Jugendlichen auf.

Jugendspiritual Martin Kochalski ging noch weiter, indem er mit Blick auf das Kreuz über dem Lettner fragte: „Jesus, was ist DEIN Herzensanliegen?“ Und in Anlehnung an das Evangelium von der Aussendung der Jünger gab Kochalski den Anwesenden den Rat: „Wenn Du nicht weißt, wo Du gerade stehst, gehe einen Schritt auf Jesus zu oder gehe einen Schritt auf die Menschen zu.“

Fotos: Johannes Köst und Elisabeth Meuser
Text: Elisabeth Meuser

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