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Bistum Dresden Meissen
09. Oktober 2026 | Christin Winkler

Wenn „peinliche Themen“ ihren Platz bekommen

„Peinlich“ oder „unangenehm“ – so empfinden manche Kinder zunächst die Vorstellung, sich mit den Themen Pubertät, Körper und Zyklus auseinanderzusetzen.  An unserer Schule gehören die MFM-Projekte „Zyklusshow“ und „Agenten auf dem Weg“ dennoch seit vielen Jahren zum schulischen Präventionsplan. Immer zu Beginn des Schuljahres finden sie in unseren vier sechsten Klassen statt.

Den Workshops geht ein klassenübergreifender Elternabend voraus. Dabei werden die Inhalte und Materialien des Projekts detailliert vorgestellt und es gibt Raum für Fragen. Auch kritische Rückmeldungen und Unsicherheiten können hier zur Sprache kommen.

Was zunächst vielleicht unangenehm klingt, wird für die allermeisten Kinder während der Workshops zu einer gewinnbringenden Erfahrung. Die „peinlichen Themen“ werden auf eine sehr respektvolle, kindgerechte und spannende Art erklärt. Dabei sind die Methoden vielfältig: Die Jungen schätzen besonders die Bewegungsmöglichkeiten, während die Mädchen eher die Entspannungsmethoden und Geschichten toll finden. Zusätzlich gibt es Raum für Fragen.

Auch Fragen zu Verhütungsmethoden werden aufgegriffen, wenn sie von den Kindern gestellt werden. Vor allem für die Mädchen wird der Workshoprahmen dabei häufig zu einem Schutzraum, in dem Themen besprochen werden können, die im Alltag oft keinen angemessenen Platz finden.

Eine wichtige Erfahrung machen dabei sowohl Jungen als auch Mädchen: Sie sind mit ihren Gedanken und Fragen zu ihrer körperlichen Entwicklung nicht alleine. Für viele ist das eine beruhigende Erfahrung. Nur eine Handvoll Kinder des Jahrgangs konnte mit dem Thema wenig anfangen. Das zeigte auch die anschließende schriftliche Evaluation, bei der die Kinder den Workshop in verschiedenen Kategorien bewerten und eine Schulnote vergeben durften. Insgesamt lagen die Noten zwischen Eins und Zwei.

Auch die Frage, wie das Projekt mit unterschiedlichen Lebenssituationen und Fragen zur eigenen Identität umgeht, haben wir als Schule im Vorfeld gestellt. Wir haben anhand der Klassenlisten und durch Fragen in den Klassen eruiert, ob es dahingehend Bedarfe gibt. Wäre dies der Fall gewesen, hätten die Referenten die Inhalte individuell und entsprechend der Wünsche der betreffenden Person berücksichtigt. Eine solche Notwendigkeit gab es in diesem Jahr jedoch nicht.

Die langjährigen positiven Erfahrungen mit den MFM-Projekten zeigen für uns vor allem eines: Prävention kann gelingen, wenn Kinder einen geschützten Rahmen bekommen, in dem sie Fragen stellen dürfen und sich mit ihren körperlichen Veränderungen auseinandersetzen können. Besonders die Vermittlung eines positiven Körperbildes ist uns dabei wichtig.

Deshalb freuen wir uns, wenn wir „Zyklusshow“ und „Agenten auf dem Weg“ auch im kommenden Jahr wieder durchführen können. Möglich ist das auch dank der finanziellen Unterstützung durch das Bistum Dresden-Meißen, durch die einzelne Workshops bezuschusst werden.

Dafür bedanken wir uns herzlich.

Christin Winkler, Schulsozialarbeit am Lessig-Gymnasium Döbeln

Durch Mundpropaganda und Weiterempfehlung von Eltern und Schulen ist das MFM-Programm inzwischen zum größten sexualpädagogischen Präventionsprojekt in Deutschland herangewachsen. Mit rund 390 aktiven ReferentInnen werden jährlich rund 85.000 Teilnehmer in mehr als 5000 Veranstaltungen erreicht. Verschiedene Partnerorganisationen im Ausland haben das Erfolgskonzept inzwischen übernommen. So gibt es das MFM-Programm in der Schweiz, in Österreich, Ungarn, Frankreich, Belgien, England, Lettland, Litauen, in den USA und in China.
Mehr Informationen zum MFM-Programm finden Sie unter www.mfm-programm.de  

Wenn Sie einen Workshop an Ihrer Schule oder in Ihrer Einrichtung anbieten möchten und weitere Informationen wünschen, wenden Sie sich bitte an die Regionale MFM-Zentrale des Bistums Dresden-Meißen: elisabeth.scholz@bddmei.de 

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