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Junges Bistum Dresden Meissen
03. April 2020 | Alexander Stocker

Flimmerstunde #perspektivwechselcorona

ruhige Zeiten - Filmtipp gefällig?

133 gehaltvolle Film-Minuten, empfohlen von Alexander Stocker, Dekanatsjugendreferent Meißen

 

„Als ich heute Morgen aufwachte, hörte ich sehr beunruhigende Geräusche!“,

eröffnet James Brown als Prediger die Ansprache für seine Gemeinde. James Brown? Prediger? Das gibt´s nur im Film. Ganz genau…und was für einer!

1980 eroberte ein Klassiker die Leinwand, dessen Botschaften immer wieder für gute Laune sorgen: The Blues Brothers. Gute Laune – Botschaften sind dieser Tage rarer als sonst, also passt so ein audiovisueller Kracher in jedes Abendprogramm, dachte ich zumindest. Also worum geht’s?

Die Story ist schnell umrissen: 2 Typen in schwarzen Klamotten mit Sonnenbrillen, beide vorbestraft, einer auf Bewährung grade raus. Sie sind unterwegs in einer „alten Bullenschaukel“ - Ok, es ist ein Roadmovie – und haben einen „göttlichen“ Auftrag. Naja, eigentlich ist es ein weltlicher: Um die Schließung eines Waisenhauses zu verhindern, bedarf es 5000 $ in 11 Tagen. Die leitende Ordensschwester will aber kein schmutziges Geld, also muss welches verdient werden. Die Erleuchtung dazu bekommen die beiden Brüder Ellwood und Jake Blues in oben genannter Szene in fantastischem Sound, Rhytm´n `Blues, Gottesdienst, Tanz, Licht….nun gibt’s kein Halten mehr, der Trip beginnt. Die alte Band muss zusammengetrommelt werden, einige Auftritte könnten die nötige Summe zusammenbringen. Aber es gibt Stolpersteine, die die Gebrüder ausbremsen, im wahrsten Wortsinn: eine verstoßene Verlobte, die Gesetzeshüter, tolle neue Jobs der Musiker und die aus Versehen „verarschten“ Good Old Boys. Wir lassen hier das Ende offen….

Was hält die Story am Laufen? Ganz einfach: jede Menge mitreißender Songs, V8-Motoren-Sound, fast liebevolle Frechheiten und Seitenhiebe auf die gutbürgerliche Gesellschaft, kleine Romanzen und klare Bekenntnisse: Nazis gehen alle baden!

Und wieso funktioniert die Musik hier besonders gut? Sie wird durch die Menschen dargeboten, die sie tatsächlich leben. Oder anders: Im Film spielen viele Stars der Blues-Szene sich selbst: Aretha Franklin, Cab Calloway, Ray Charles und mehr, die ganze Band sind echte Musiker. Obwohl viele von Ihnen schon nicht mehr leben, steht der Sound bis heute.

Die beiden Hauptdarsteller Dan Aykroyd und John Belushi haben sich selbst auf dieses Abenteuer eingelassen. Aus einer Showeinlage für einen TV-Sender 1978 heraus entwickelte sich Begeisterung, das Publikum stieg voll drauf ein, man entwickelte die Story, gewann Stars dazu…und ab dafür! Hier sogar in Farbe: https://www.youtube.com/watch?v=FTWH1Fdkjow

Und für uns heute was verwertbar? Die Dialoge haben 40 Jahre aufm Buckel, treffen aber (auch in deutscher Synchronisation) voll die Zwölf. Man kann auch nachts Sonnenbrille tragen und eine Flasche Sprühkleber gehört in jedes Handgepäck! Musikalisch passt für uns heute in virensicher „sozialer Distanz“ die Botschaft: „Everybody needs Somebody….to love!“  Ein Film mit Soul, empfehlenswert!

Schreibt uns Eure Lieblingsfilme, Serien, Kritiken, Songs, Neuentdeckungen und einfach alle Gute-Laune-Dinge, die Euch begeistern! Ich hab noch paar auf Lager…nächste Woche, wenn Ihr wollt.

Euer Alex