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Junges Bistum Dresden Meissen
30. November 2017 | Silke Frötschner

Eröffnung der neuen Kirche in Chemnitz

Gründerzeit-Kleinod hat jetzt Passivhausstandard

Anhand des typischen Gründerzeithauses in der Max-Muster-Straße wurde gezeigt, dass mit den heute zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten Passivhaus-Standard auch in der Sanierung von Gründerzeithäusern erzielbar ist.

Die Wohnanlage wurde im Jahre 1906 errichtet und stellte vor Sanierung ein typisches Gründerzeithaus dar, welches die wechselvolle Geschichte unserer Stadt widerspiegelt. Es wurde im Jahre 1944 von den rechtmäßigen Eigentümern, einem jungen Ehepaar namens Fiala, enteignet. Diese mussten bereits 1938 vor den Nationalsozialisten fliehen, und haben somit als Einzige Ihrer Familie in Südamerika überlebt. Im April 1945 haben 3 Bombentreffer schwere Schäden am Haus angerichtet.

Bei der Passivhaus-Sanierung wurden alle EnerPHit-Kriterien für Passivhaus-Sanierungen gemäß Passivhaus Institut eingehalten. Zentrale Faktoren für das Gelingen waren einerseits die eingehende Analyse der Ausgangssituation, die Beauftragung von erfahrenen Planern und die frühzeitige Einbindung der MieterInnen und BewohnerInnen. In der Sanierung ist der Zustand der zumindest teilweise bewohnten Gebäude eine Standardsituation und erfordert eine genaue Koordinierung und Bauzeitenplanung. In technischer Hinsicht sind der nachträgliche Einbau einer Wohnraum­lüftung im Bestandsgebäude, die erforderliche Herstellung der Luft­dichtheit sowie die Wärmebrückenminimierung die größten Herausforderungen.

Der ganzheitliche Denkansatz zur Verminderung aller energiever­brauchender Komponenten hat etwa dazu geführt, alle bestandsfreien Wohnungen mit kompletten Küchen mit den energieeffizientesten am Markt erhältlichen Elektrogeräten auszustatten.